Chaos im Kinderzimmer?

Charlie Kim weiß, wie du Kinder dafür begeisterst aufzuräumen

Aktualisiert

Mädchen vor der gelben Wand lächelnd mit Cookie im Gesicht

Kinder und Aufräumen – ich könnte wetten, dieses Thema war schon vor 500 Jahren oder mehr aktuell. Scheinbar haben kleine und große Menschen oft unterschiedliche Vorstellungen davon, wann und wie benutzte Dinge weggeräumt werden sollten und wieviel Ordnung man braucht, um sich wohlzufühlen. Oder ist es vielleicht gar nicht so schlimm? Und was kannst du tun, wenn du zum wiederholten Male „Räum endlich auf.“ gesagt hast und kein Gehör findest? Ich habe mich mal umgehört und ein paar Tipps für genervte Eltern aufgeschrieben:

Im Kinderzimmer ist Putzen angesagt? Bauklötze und Plastikdinos reinigst du ganz einfach mit einer Lauge aus warmem Wasser und etwas Spülmittel und einem weichen Schwamm. Viele Stofftiere lassen sich übrigens einfach in der Waschmaschine waschen – beachte aber unbedingt das Waschetikett.

1. Du willst ordentliche Kinder? Lebe es vor.

Kinder ahmen uns nach, sobald sie auf die Welt kommen. Sprechen, essen, laufen, lachen – wir sind die Vorbilder, auch wenn es um die heimische Ordnung geht. Hast du also selbst ein gutes System dafür entwickelt, zu Hause Ordnung zu halten, dann ist das die beste Voraussetzung für Ordnung im Kinderzimmer. Sei darauf bedacht, Aufräumen und Ordnung nicht als Qual darzustellen oder negativ zu besetzen. Versuche das Aufräumen als normalen, manchmal herausfordernden Bestandteil eures heimischen Alltags zu verankern. Motivieren ist natürlich erlaubt: Vielleicht geht Aufräumen mit Musik oder mit Aussicht auf eine spannende Aktivität danach besser von der Hand. Ich würde jedoch abraten, immer mit einer Belohnung zu locken. Lobende Anerkennung ist wichtiger.

2. Schritt für Schritt Aufräumen lernen

Schon Kleinkinder fangen an zu lernen, wie man aufräumt. Sind deine Kinder noch sehr klein, dann reicht es, wenn sie dir dabei helfen, die Bauklötze und Spielzeugdinos wegzuräumen. Zwei Dinge sind dabei von Anfang an hilfreich: gute Anweisungen und ein einfach zu verstehenden Ordnungssystem. Ein allgemeiner Satz wie „Räum doch mal auf.“ ist auch deshalb oft wenig erfolgreich, weil ein Kind, vor allem ein Klein- oder Grundschulkind, damit nicht viel anfangen kann. Also sei spezifisch. Du kannst z. B. darum bitten, genau diese Bauklötze in ihre jeweilige Kiste zu tun. Dabei hilft, wenn das Spielzeug nicht einfach wild durcheinander in Boxen geworfen wird, sondern es für alles einen richtigen Platz gibt. Du kannst z. B. kleine Bilder auf die verschiedenen Boxen kleben, die den jeweiligen Inhalt anzeigen.

3. Den richtigen Zeitpunkt zum Aufräumen finden: Rituale helfen

Wenn dein Kind ganz vertieft in sein Spiel ist, dringst du nur schwer mit der Aufforderung zum Aufräumen durch. Da kann es helfen, erst einmal Teil des Spiels zu werden und z. B. positiv zu loben („Du hast aber eine schöne Eisenbahn aufgebaut.“). Anschließend kannst du dem Kind mitteilen, dass es nun Zeit zum Aufräumen ist. Bei manchen Kindern hilft es, ihnen ein paar Minuten Zeit zu geben, um ihr Spiel zu beenden und dann die Spielsachen aufzuräumen. Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, vor dem Essen bzw. vor dem abendlichen Bad zusammen alle Spielsachen vom Boden aufzusammeln. So weiß das Kind, dass dieser Teil des gemeinsamen Alltags noch erledigt werden muss und das Murren ufert nicht aus. Warte auch nicht zu lange mit dem Aufräumen. Ist erst der gesamte Fußboden im Wohn- und Kinderzimmer mit aller Art Spielzeug bedeckt, wird das Aufräumen mühselig und dauert sehr lange.

4. Spielerisch aufräumen geht schneller

Versuche das nächste Mal, das allabendliche Aufräumen in einen kleinen Wettbewerb zu verwandeln: Wer kann mehr Bauklötze in die Kiste räumen? Kann dein Kind schneller die Eisenbahn wegräumen oder du die Puppen? Ist dein Kind noch kleiner, kannst du das Aufräumen auch mit Geschichten verbinden: Die Puppe schläft im Puppenbett, die Dinos in der Dinokiste.

5. Chaos im Teenagerzimmer

Im Teenageralter kann das Thema Aufräumen und Ordnung schon mal eskalieren. Teenager probieren gern alternative Rollen aus und wollen sich von den Eltern abgrenzen. Was eignet sich da besser, als das eigene Zimmer? Vertraue darauf, dass deine bisherige Erziehung zur Ordnung Spuren hinterlassen hat und bleib in der Zwischenzeit gelassen, auch wenn es schwer fällt. Ein Kompromiss, der beiden Seiten Aufregung erspart, ist, sich auf Ordnung in den gemeinschaftlichen Räumen wie Wohnzimmer und Küche zu einigen. Dem Kind ist die Gestaltung des eigenen Zimmers überlassen – Ordnung eingeschlossen.

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