bio lebensmittel
Nachhaltiges Handeln

Biologische und regionale Lebensmittel

Sind Bio-Lebensmittel wirklich besser und warum sollten Sie regional einkaufen? Lesen Sie hier, was Sie tun können, wenn Sie ökologisch leben wollen.

Leider ist es nur selten möglich, Lebensmittel zu finden, die all diesen Ansprüchen gleichzeitig gerecht werden. Oder haben Sie schon einmal eine Banane mit Bio-Siegel gegessen, die von gutbezahlten Arbeitern in Ihrer heimischen Region angebaut wurde? Bleibt die Frage: Was ist ökologisch? Und welche Vor- und Nachteile bergen Bio-Lebensmittel und regionale Lebensmittel?

Was ist ökologisch?

Etwas gilt als ökologisch, wenn es die natürliche Umwelt des Menschen betrifft und für Schutz sowie Erhaltung der Umwelt steht. In diesem Sinne sind sowohl regionale Erzeugnisse als auch Bio-Lebensmittel in gewissem Maße ökologisch. Aber nur selten findet man Produkte, bei denen Anbau oder Zucht und dazu Verkauf sowie Transport komplett nach ökologischen Standards erfolgen. Wenn Sie ökologisch leben wollen, sollten Sie sich über die Herstellung von Produkten so weit wie möglich informieren und entscheiden, welche Aspekte für Sie am wichtigsten sind.

Bio-Lebensmittel: Vor- und Nachteile

Bio-Lebensmittel haben folgende Vorteile:

  • Gentechnik, chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel, Stickstoffdünger sowie Wachstumshormone sind beim biologischen Anbau von Obst und Gemüse wie auch bei der Zucht von Tieren verboten. Tiere werden artgerechter gehalten und Pestizide werden nur bei 25% der Bioprodukte verwendet.
  • Bio-Bauern zeigen außerdem meist mehr Initiative, wenn es um umweltschützende Maßnahmen und die faire Entlohnung ihrer Angestellten geht.

Dies sind die Nachteile von Bio-Lebensmitteln:

  • Der Import vieler Bio-Produkte sorgt für einen höheren Treibstoffverbrauch. Importierte Bio-Lebensmittel können in den Bereichen Frische, Nährstoffgehalt und Geschmack im Vergleich mit regionalen Produkten nur selten punkten.
  • Stiftung Warentest zufolge enthalten Bio-Lebensmittel meist genauso viele Keime wie herkömmliche Produkte.
  • Obwohl die EU-Öko-Verordnung überarbeitet wird, ist sie derzeit wesentlich weniger strikt als die Vorschriften, die sich deutsche Anbauverbände auf die Fahne geschrieben haben. Das EU-Siegel garantiert deshalb nicht, dass es sich bei dem gekauften Produkt um ein hundertprozentiges Bio-Produkt handelt. Wenn Sie ökologisch leben und Bio-Lebensmittel kaufen wollen, tun Sie der Umwelt Gutes, wenn Sie Ware mit einem Zusatzsiegel kaufen.

Regionale Lebensmittel: Vor- und Nachteile

Wenn Sie regional einkaufen, haben Sie folgende Vorteile:

  • Aufgrund der geringeren Transportwege sind regionale Produkte saisonal, frischer, haben mehr Nährstoffe und sorgen für einen geringeren Treibstoffausstoß als Produkte, die aus anderen Ländern oder gar Kontinenten importiert werden.
  • Wenn Sie regional einkaufen, unterstützen Sie regionale Bauernhöfe und somit die Zukunftsfähigkeit der hiesigen Agrarwirtschaft.

Regionale Lebensmittel haben aber ebenfalls Nachteile:

  • Regionale Produkte sind nicht gleichzusetzen mit Bio-Produkten und deshalb nicht unbedingt frei von Pestiziden sowie anderen unerwünschten Stoffen. Kaufen Sie regionale Lebensmittel von zertifizierten Betrieben, halten Sie auch nach dem Bio-Siegel Ausschau.
  • Im Gegensatz zu Bio-Lebensmitteln haben regionale Lebensmittel keine einheitlichen Vorgaben. Wenn Sie also im Supermarkt ein „regionales“ Produkt kaufen, kann dies auch von weither stammen. Wenn Sie regional einkaufen, sollten Sie dies deshalb direkt beim Bauern tun oder sich im Obst- und Gemüseladen wie auch beim Fleischer genau über die Herkunft der Lebensmittel informieren.

Wenn Sie ökologisch leben und essen wollen, setzen Sie am besten Prioritäten – informieren Sie sich über die Lebensmittel, die Sie kaufen. So profitieren nicht nur Sie und Ihre Familie, sondern auch Ihre Umwelt.

Top-Tipp


Wenn Sie Bio-Lebensmittel kaufen, um die Umwelt zu schonen und eine bessere Haltung von Nutztieren zu unterstützen, sollten Sie darauf achten, dass die gekauften Produkte nicht nur das EU-Siegel aufweisen, sondern auch ein Zusatzsiegel von Anbauverbänden. Gut zwei Drittel aller deutschen Biolandwirte gehören diesen Verbänden an und unterziehen sich so freiwillig strengeren Kriterien. Das Siegel bedeutet, dass der jeweilige Landwirt seinen Gesamtbetrieb auf Biolandwirtschaft umgestellt hat und komplett „biologisch“ produziert.

Die wichtigsten Schritte:

Ob Bio- oder regionale Lebensmittel, Fair Trade oder Selbstanbau: Wer ökologisch leben will, kann bei der Lebensmittelwahl Entscheidungen treffen, die die Umwelt schützen und die Gesundheit sowie eine nachhaltige Wirtschaft unterstützen. Folgende Siegel und Bezeichnungen können Ihnen beim Einkauf einen Überblick verschaffen:

  1. Bio-Siegel: Zusatzsiegel deutscher Anbauverbände sind ein Garant dafür, dass beim Anbau weder synthetische Pestizide noch Gentechnik verwendet wurden. Zudem haben Zuchttiere mehr Platz und Auslauf als bei herkömmlicher Haltung.
  2. Regionale Produkte: Regionale Lebensmittel, beispielsweise vom Bauern aus dem Nachbardorf, sind meist frischer und enthalten mehr Nährstoffe. Da die Transportwege geringer sind als bei importierten Gütern, für deren Beförderung teils hohe Mengen an Treibstoff verwendet werden, sind sie umweltfreundlicher.
  3. Fair-Trade-Siegel: Ein Fair-Trade-Produkt ist eine Ware, deren Hersteller, meist aus Anbaugebieten in Schwellen- und Entwicklungsländern, gerecht entlohnt wurden. Dies soll ihnen helfen, auch schlechte Erntejahre überbrücken zu können.