Unilever logo

Lavendelöl selber machen

Herrlich duftendes Lavendelöl selber machen: Das ist viel einfacher, als du wahrscheinlich glaubst. Hier findest du 2 einfache Rezepte für nachhaltig produziertes Lavendelöl.

Aktualisiert

Lavendelöl selber machen

Lavendelöl selber machen: Zutaten

Die folgenden Anleitungen für die Herstellung von Lavendelöl unterscheiden sich nach den Verfahren. Die Zutaten bleiben gleich. Die Angaben beziehen sich auf 0,25 l Lavendelöl. Wenn Du mehr oder weniger Lavendelöl herstellen möchtest, teile oder multipliziere die Mengenangaben. Du brauchst:

  • 20 bis 25 Gramm Lavendel: Wir empfehlen getrockneten Lavendel. Frischer Lavendel ist weniger intensiv und verdirbt leichter. Idealerweise kommt der Lavendel aus dem Bioanbau.

  • 200 bis 250 ml Pflanzenöl: Besonders reichhaltig – aber auch nicht ganz billig – sind Mandelöl und Jojobaöl. Prinzipiell eignen sich aber fast alle Pflanzenöle (mehr dazu weiter unten).

Außerdem brauchst du Gefäße für das Lavendelöl, ein Sieb oder Geschirrtuch sowie einen Trichter zum Abfüllen; für die längerfristige Aufbewahrung außerdem ein lichtdichtes Glas.

Lavendelöl selber machen: Welches Öl?

Verwendest du Waschpulver, Waschmittel Kapseln oder Flüssigwaschmittel um deine Kleidung zu waschen?

Es kommt vor allem auf deinen Geschmack und den Verwendungszweck an. Olivenöl hat selbst einen ausgeprägten Duft – und gleichzeitig viele hautfreundliche Eigenschaften. Wenn du das Lavendelöl für die Hautpflege verwenden willst, spricht das für Olivenöl. Wenn du das Lavendelöl aber als Duftöl verwendet willst, sind neutrale Pflanzenöle wie Sojaöl, Rapsöl oder Distelöl besser geeignet.

Besser kein Sonnenblumenöl: Sonnenblumenöl ist in beinahe jedem Haushalt vorhanden. Beim Selbermachen von Lavendelöl solltest du aber darauf verzichten. Denn mit Sonnenblumenöl hergestelltes Lavendelöl ist weniger lang haltbar als Duftöle mit anderen Pflanzenölen.

Lavendelöl selber machen: 2 Anleitungen

Um Lavendelöl selbst zu machen, findest du hier zwei einfache Anleitungen. Die Kaltmethode ist einfacher. Sie hat aber den Nachteil, dass du dein Lavendelöl mindestens 4 Wochen ziehen lassen solltest. Die Anleitung mit Wasserbad erfordert etwas mehr Sorgfalt bei der Herstellung. Dafür ist das Lavendelöl aber auch sehr viel schneller fertig.

1. Rezept für Lavendelöl mit der Kalt-Methode

Das einfachste Rezept für selbst gemachtes Lavendelöl ist die Kaltmethode.

  • 20 bis 25 Gramm (3 bis 4 EL) getrocknete Lavendelblüten, Zweige und Blätter leicht in der Hand zerreiben oder in einem Mörser anstoßen

  • Lavendel in ein verschließbares Gefäß einfüllen (zum Beispiel ein sauberes Honig- oder Marmeladenglas)

  • Mit 200 bis 250 ml Öl der Wahl übergießen (je nach gewünschter Intensität)

  • Lavendelölansatz verschlossen mindestens einen Monat an einem sonnigen, warmen Ort ziehen lassen und täglich leicht schütteln

  • Wenn alles gut durchgezogen ist, den Inhalt durch ein sauberes Tuch filtern

  • Auf keinen Fall solltest du vergessen, dass Filtertuch kräftig auszudrücken. Dazu drehst du den Lavendel einfach in dem Tuch ein – und holst noch den letzten Tropfen Öl aus deinem Lavendel.

  • Das Lavendelöl nun in ein sauberes Gefäß füllen; idealerweise in ein lichtundurchlässiges Braunglas.

  • Das fertige Lavendelöl an einem kühlen und lichtgeschützten Ort lagern. Dein kaltgezogenes Lavendelöl hält sich bei richtiger Lagerung bis zu 2 Jahre.

2. Rezept für Lavendelöl im Wasserbad

Lavendelöl im Wasserbad herzustellen lohnt sich vor allem, wenn du nicht wochenlang auf das Ergebnis warten willst, sondern nur wenige Stunden.

  • Zunächst wie im 1. Rezept 20 bis 25 Gramm (3 bis 4 EL) getrocknete Lavendelblüten, Zweige und Blätter leicht in der Hand zerreiben oder in einem Mörser anstoßen.

  • Dann füllst du den Lavendel in ein verschließbares Gefäß und übergießt ihn mit ca. 200 ml Pflanzenöl deiner Wahl.

  • Anschließend in einem großen Topf Wasser auf eine Temperatur von etwas über 40 Grad erhitzen. Die Temperatur musst du mit einem Koch- oder Einmach-Thermometer überwachen. Sie darf nicht unter 38 Grad fallen und 49 Grad nicht übersteigen. Unter 39 Grad werden die Duftstoffe aus dem Lavendel nicht ausreichend übernommen (extrahiert). Ab 50 Grad steigt das Risiko, dass die Lavendel-Duftstoffe zerfallen.

  • Nun lässt du die Gläser mit dem Lavendel-Öl-Gemisch für 4 bis 5 Stunden in dem warmen Wasser ziehen. Die Gläser sind dabei vollständig vom Wasser bedeckt.

  • Anschließend durch ein Tuch filtern, die Lavendelreste dabei kräftig ausdrücken (siehe oben)

  • Das gefilterte Lavendelöl in Braunglas-Flaschen oder andere lichtgeschützte Gefäße abfüllen.

Lavendelöl selber machen im Thermomix

In immer mehr Haushalten steht eine Thermomix-Küchenmaschine. Im Thermomix Lavendelöl selber machen funktioniert aber nur mit Modellen der Baureihe TM5 aufwärts. Nur bei diesen Modellen lässt sich die Temperatur ausreichend genau steuern. Wenn du einen Thermomix zur Verfügung hast, kannst du dir das Erhitzen im Wasserbad ersparen. Du gibst Lavendel und Öl einfach direkt in den Thermomix – und nach etwa 1 Stunde kannst du dein selbst gemachtes Lavendelöl filtern und abfüllen.

Gut zu wissen: In einigen Tutorials für die Lavendelöl-Zubereitung im Thermomix werden Temperaturen von bis zu 60 Grad angegeben. Wir empfehlen, nicht über 50 Grad hinauszugehen, weil die Duftstoffe des Lavendels ansonsten beeinträchtigt werden können.

Ätherisches Lavendelöl selber machen: teuer und sehr aufwendig

Die oben beschriebenen Anleitungen ergeben selbst gemachtes Lavendelöl, das sich als Raumduft, Badezusatz oder Massageöl eignet. Wenn du echtes ätherisches Lavendelöl selber machen möchtest, brauchst du sehr viel Wissen, sehr viel hochwertigen Lavendel – und eine teure Ausstattung: nämlich eine Destillationsanlage. Echtes ätherisches Lavendelöl kaufst du daher besser im Fachhandel oder in der Apotheke.

Woher hat Lavendel seinen Namen?

Wahrscheinlich leitet sich der Name Lavendel vom lateinischen Wort „lavare“ (waschen) ab. Dazu passt, dass Lavendel unter anderem als Symbol für Reinheit gilt. Wegen seines prägnanten und lang anhaltenden Duftes steht Lavendel in bestimmten Kulturkreisen zudem für Erinnerung.

Das größte Anbaugebiet für Lavendel ist die französische Provence. Die Felder von mehr als 1.500 Lavendelbauern lassen die hügelige Landschaft der französischen Region im „blauen Gold“ des Lavendels erscheinen.

Wie wirkt Lavendel?

Lavendel und Aufbereitungen wie Lavendelöl oder andere Auszüge und Destillate werden bereits seit der Antike als in der Medizin und Körperpflege verwendet. Lavandula angustifolia, so der botanische Name des Echten Lavendels, wirkt vor allem entspannend und beruhigend – und zwar auf Körper und Geist. Deshalb sind Lavendelöle oder Lavendel-Duftsäckchen als Einschlafhilfe ebenso beliebt wie als Badezusatz oder in kosmetischen Produkten. 2008 war Lavendel Heilpflanze des Jahres.

Weitere Duftöle selber machen

Du kannst die Anleitungen für selbst gemachtes Lavendelöl auch nutzen, um andere Duftöle selbst herzustellen. Hier ein Beispiel für Vanille-Duftöl.

  • Ein bis zwei Vanilleschoten aufschneiden und das Mark mit einem Messer herausstreichen

  • Schalen der Vanilleschoten in kleine Stücke schneiden zusammen mit dem Vanillemark in ein Schraubglas (ca. 200 ml Fassungsvermögen) geben

  • Glas mit leicht erwärmtem Mandel- oder Jojobaöl auffüllen

  • Deckel schließen, Mischung 14 Tage lang an einem kühlen, dunklen Ort ziehen lassen und dabei immer wieder schütteln (täglich).

  • Nach 14 Tagen durch ein feines Sieb oder Tuch filtern und abfüllen

Ursprünglich veröffentlicht

Verpassen Sie nie mehr aktuelle Tipps und Tricks

Anmelden