Nachhaltiges Handeln

Hausmittel und Bio-Putzmittel: eine Übersicht

Wann sind Bio-Putzmittel wirklich umweltfreundlich und welche Hausmittel entfernen Kalk und Fett? Lesen Sie hier alles über Hausmittel und Bio-Putzmittel.

Erderwärmung, Ozonloch und schmelzende Gletscher sind nur einige der Probleme, die viele Menschen zurecht aufhören lassen. Ein Bewusstsein für Umweltschäden und ihre Ursachen haben im Bereich der Haushaltsreinigung in den letzten Jahren zu einer Rückbesinnung auf Hausmittel und Bio-Putzmittel geführt. Aber auch diese sind nicht immer das, was man erwartet. Dieser Artikel zeigt die Vor- und Nachteile der Bio-Putzmittel auf und gibt Tipps, welche Hausmittel gegen Kalk, Gerüche und Schmutz eingesetzt werden können.

Putzen mit Natron, Zitronensäure und anderen Hausmitteln

Hausmittel wie Soda, Zitronensäure und Essig sind preiswerter als herkömmliche und biologische Reinigungsmittel. Zudem sind sie in den meisten Haushalten vorhanden, da sie auch für andere Zwecke eingesetzt werden. Die meisten Hausmittel sind geruchsneutralisierend und daher oft effektiver als Reiniger, deren Duftstoffe unangenehme Gerüche lediglich übertünchen.

Die fehlende Chemie in Hausmitteln ist jedoch kein Garant dafür, dass sie umweltverträglich sind. Deshalb sollte man beim Putzen mit Hausmitteln genau wie bei der Verwendung anderer Reiniger sparsam umgehen und sie mit reichlich warmem Wasser verdünnen. Schützen Sie Ihre Haut mit Gummihandschuhen vor den Säuren und mischen Sie niemals Natriumcarbonat und Essig, da diese Mischung äußerst gefährlich ist.

Nachfolgend finden Sie Tipps, welche Hausmittel gegen Kalk, Fett und Gerüche eingesetzt werden können:

  • Entkalken mit Zitronensäure oder Essig: Aufgrund ihres Säuregehalts sind Zitronensaft, Zitronen- und Essigsäure ideale Hausmittel gegen Kalk und lösen diesen effektiv. Geben Sie etwas Essig oder Zitronensäure in einen Eimer mit warmem Wasser und wischen Sie damit Dusche, Waschbecken und Küchenoberflächen, aber auch Böden oder Fenster ab. Denken Sie immer daran, die Flächen anschließend gut zu trocknen, um Wasserflecken und Streifen zu vermeiden.

Greifen Sie bei anfälligen Oberflächen wie bestimmten Kunststoffen, Marmor und Naturstein zu Kartoffelschalen oder einem milden Reiniger, um Verfärbungen und Schäden zu vermeiden. Desinfizieren Sie Schneidebretter aus Holz, indem Sie sie mit einer aufgeschnittenen Zitrone abreiben.

  • Reinigen mit Backpulver: Lösen Sie zwei Esslöffel Backpulver oder Soda in einem Liter warmem Wasser auf und verwenden Sie die Lösung, um fettige Oberflächen zu reinigen. Wollen Sie angebrannte Töpfe säubern, können Sie die Lösung darin aufkochen. Streuen Sie Backpulver in einen verstopften Abfluss, um Blockierungen zu lösen und Edelstahl-Spülbecken zum Strahlen zu bringen.

Aufgrund seiner geruchsbindenden Eigenschaft kann etwas Backpulver in Aschenbecher und Geschirrspüler gestreut werden, um intensive Gerüche zu neutralisieren. Stellen Sie ein kleines Schälchen mit Backpulver in den Kühlschrank, kann dies unangenehme Ausdünstungen von Käse, Zwiebeln und Knoblauch binden.

Da Natriumhydrogencarbonat ein Hauptbestandteil von Backpulver ist, funktioniert das Putzen mit Natron genauso.

Wenn Sie also die gleichen Vorsichtsmaßnahmen treffen, die auch für chemische Reiniger gelten, können Hausmittel und biologische Reinigungsmittel eine effektive, oft umweltfreundliche Alternative darstellen. So können Sie den Frühjahrsputz mit gutem Gewissen angehen!

Top-Tipp


Wer biologische Reinigungsmittel kauft, weil sie als umweltfreundlich gelten, sollte sich über die Inhaltsstoffe der verwendeten Produkte genau informieren. Da die Kennzeichen „Bio“ und „Öko“ bei Reinigern nicht geschützt sind, ist nur die „Euroblume“, das EU-Umweltsiegel, ein verlässlicher Garant für Umweltfreundlichkeit.

Die wichtigsten Faktoren:

Wenn Sie sich für biologische Reinigungsmittel entscheiden, sollten Sie folgende Faktoren bedenken:

  • Putzkraft und Materialfreundlichkeit: Zahlreiche Tests haben die Putzkraft von Bio-Putzmitteln erforscht. Die meisten Produkte schneiden dabei im Vergleich zu chemiehaltigen Reinigern gut ab. Ihre Materialfreundlichkeit ist in der Regel besser, da sehr scharfe Reiniger Oberflächen auf Dauer angreifen können.
  • Nachhaltige Produktion: Hier punkten die meisten Bio-Putzmittel aufgrund der breitflächig verwendeten Verpackungen aus recyceltem Kunststoff. Biologische Reinigungsmittel beinhalten außerdem oft Palmkernöl als Basis für Tenside. Dieses ist zwar umweltfreundlicher als Erdöl, das die Basis vieler herkömmlicher Reiniger bildet, wird jedoch meist in riesigen Plantagen angebaut, für die Regenwälder gerodet werden. Hersteller, die Palmöl aus ökologischem, kontrolliertem Anbau verwenden, sollten also vorgezogen werden.
  • Auswirkung auf das Abwasser: Trägt ein Bio-Putzmittel die Euroblume nicht, liegt das oft daran, dass ihm Zitrusöle hinzugefügt wurden, die zwar gut riechen, jedoch allergieauslösend, biologisch schlecht abbaubar und für Wasserorganismen giftig sein können. Bio-Putzmittel ohne zugesetzte Öle sind deshalb umweltfreundlicher.
  • Preis: Obwohl biologische Reinigungsmittel in der Regel teurer sind als chemische Reiniger, ist der Preisunterschied meist gering.