Alles, was du über das Waschen von Merinowolle wissen musst

Ob Wollsocken, Unterwäsche oder Longsleeve: So wäschst du Merinowolle.

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Wollsachen im Korb neben der Waschmaschine

Merinowolle ist eine sehr feine und weiche Wolle und stammt vom Merinoschaf. Outdoorfans kennen Merinowolle als pflegeleichtes, angenehm zu tragenes und perfekt wärmeregulierendes Material. Auch wir von Cleanipedia lieben kuschelige Wollsocken, Unterwäsche, Longsleeves oder T-Shirts aus Merinowolle. Damit du lange Freude an diesen Kleidungsstücken hast und dir die Materialeigenschaften der Merinowolle erhalten bleiben, musst du sie richtig pflegen und waschen. Wie das geht, haben wir hier für dich aufgeschrieben.

Kleidung aus Merinowolle muss nicht nach jedem Tragen gewaschen werden. Auslüften reicht! Das macht Wollsocken, Unterwäsche oder Shirts aus Merinowolle so attraktiv für Reisende: Du musst viel weniger Kleidung mitnehmen und bist immer kuschelig weich eingepackt.

1. Immer gut auslüften

Wolle besitzt die tolle Eigenschaft, dass sie sich quasi selbst an der Luft reinigen kann. Auch Merinowolle musst du nicht nach jedem Tragen gleich waschen. Es genügt - und kommt dem Material zugute – wenn du das Kleidungsstück danach lüftest. Am besten bei hoher Luftfeuchtigkeit, also z. B. bei feuchter Witterung. Wenn du dann noch einen Tag Pause nach dem Tragen einlegst, danken dir das die feinen Merinofasern, denn so haben sie Zeit, sich wieder aufzurichten und bleiben länger kuschelig weich.

2. Waschen in der Waschmaschine: das richtige Programm und Waschmittel

Kleidung aus Merinowolle musst du nicht mit der Hand waschen. Viele Hersteller empfehlen sogar ausdrücklich das normale Waschen in der Waschmaschine. Bevor du deine Wollsocken oder Unterwäsche aus Merinowolle in die Waschmaschine tust, solltest du aber zunächst genau auf das Wäschezeichen schauen und dich daran halten. In der Regel kannst du Merinowolle bei 30 bis maximal 40 Grad im normalen Waschgang oder Wollwaschgang in der Maschine waschen. Die Schleuderzahl sollte bei maximal 600 Umdrehungen liegen. Wichtig ist die Wahl des richtigen Waschmittels: Nicht unbedingt nötig ist ein Wollwaschmittel, denn das ist meist für viel gröbere Wollfasern entwickelt worden. Wählst du ein normales Waschmittel, achte unbedingt auf die richtigen Bestandteile: Nicht enthalten sollte es Enzyme, allen voran Protease, Bleichmittel und Weichspüler. Enzyme werden zur Lösung von Eiweißflecken wie Blut und Schweiß eingesetzt, können aber auch die feinen Eiweißmoleküle der Merinofasern schädigen. Zudem lassen sie die Fasern aufquellen und können bei Wollstoffen zum schnellen Verschleiß durch Pilling (Knötchenbildung) führen. Auf Weichspüler solltest du ebenfalls verzichten, um die Materialeigenschaften zu bewahren. Zu empfehlen ist hingegen ein pH-neutrales Waschmittel auf biologischer Basis ohne künstliche Zusatzstoffe und ohne die oben genannten Inhaltsstoffe. Mittlerweile bieten auch einzelne Hersteller von Merinokleidung Spezialwaschmittel an. Wie bei anderer Outdoorkleidung empfiehlt sich auch bei Merinowolle ein zweiter Spülgang, um alle Waschmittelreste richtig zu entfernen.

3. Tut Handwäsche Kleidung aus Merinowolle gut?

Viele Hersteller empfehlen explizit die Maschinenwäsche. Handwäsche kann den Nachteil haben, dass die Temperatur falsch eingeschätzt und die Kleidung zu heiß gewaschen wird. Oder das Kleidungsstück wird zu stark gewrungen und mechanisch beansprucht. Das führt zum Verschleiß des Materials. Solltest du trotzdem Merinowolle mit der Hand waschen, z. B. weil du auf Reisen bist, dann nicht zu heiß (maximal 40 Grad) und die Kleidung sanft bewegen. Achte auch hier auf ein Waschmittel, das frei von Enzymen, Weichspüler und Bleichmittel ist. Auf das richtige Ausspülen von Waschmittelresten solltest du ebenfalls Wert legen. Auf keinen Fall zum Schluss das überschüssige Wasser kräftig auswringen. Besser ist es, die Socken oder das Shirt in ein Handtuch einzurollen und dabei das Wasser herauszudrücken. Trocknen geht gut, wenn du die Kleidung flach auf einem Handtuch auslegst. Ist sie nur noch leicht nass und kann sich nicht mehr verziehen, dann kannst du sie auch auf die Leine hängen.

4. Gehört Merinowolle in den Trockner?

Außer, es ist eindeutig auf dem Wäschezeichen vermerkt, solltest du Merinowolle immer an der Luft und niemals im Trockner trocknen. Nach der Wäsche in der Waschmaschine mit anschließendem Schleudern sind Socken, Shirt und Co auch nicht mehr zu nass, um auf die Wäscheleine gehängt zu werden. Ansonsten kannst du das Kleidungsstück zum Trocknen flach auslegen, z. B. auf einem Handtuch.

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