Jetzt wird es kuschlig: Lammfelle waschen – aber richtig!

Ein Lammfell ist weich und hält warm. Damit das so bleibt, verraten wir dir hier alles zur Fellpflege.

Aktualisiert

Lammfell mit Kerze und Büchern am Fenster

So pflegst du Lammfell richtig:

  • Grundregeln der Fellpflege

  • Hartnäckige Flecken entfernen

  • Anleitung zur Handwäsche

  • So trocknest du dein Lammfell

  • Maschinenwäsche nur als letzte Lösung!

Weil Lammfelle so weich und warm sind, statten viele Eltern gerne den Kinderwagen oder die Krippe damit aus. Aber Vorsicht: Babys könnten Haare aus dem Fell einatmen. Lege deswegen immer ein Spannbettlaken oder ein großes Tuch unter dein Baby, wenn du es auf ein Fell legst.

Grundregeln der Fellpflege

Echte Schaffelle besitzen von Natur aus eine Schutzschicht aus Lanolin, die sie vor Verschmutzungen schützt. Manchmal versagt diese aber und dann zeigen sich doch Flecken auf dem schönen weißen Fell. Von Natur aus ist diese Schutzschicht unheimlich wertvoll, denn sie ist es auch, die das Fell weich und warm hält. Waschen und Waschmittel zerstören diesen natürlichen Schutz. Daher ist bei der Fellpflege Fingerspitzengefühl angesagt. Und als Faustregel gilt: Waschen in der Waschmaschine bitte nur im Notfall. Und nur, wenn du dir sicher bist, dass das Fell die Wäsche verträgt. 

Diese vier Regeln gelten für die alltägliche Pflege deines Fells:

  1. Sauge oder schüttle das Fell regelmäßig aus. Staubsauger dabei auf die niedrigste Stufe stellen.

  2. Bürste es, damit es weich bleibt. So lassen sich auch viele Verschmutzungen entfernen.

  3. Gefärbtes Fell sollte nie in der Sonne liegen!

  4. Behandle Flecken immer sofort.

Hartnäckige Flecken entfernen

Bei Flecken kommt es also darauf an, möglichst schnell zu handeln. Aber auch gegen hartnäckige Flecken gibt es Mittel und Wege. Achte dabei darauf, dass du so wenig Wasser wie möglich verwendest und das Leder nicht nass wird. Denn die meisten Lederarten werden durch Kontakt mit Flüssigkeiten hart und brüchig – das wäre das Ende der Kuscheligkeit.

  • Allgemeine Fleckenentfernung

Bei den meisten Flecken reicht etwas lauwarmes Wasser und ein Schwamm. Tupfe dafür vorsichtig mit dem feuchten Schwamm auf den Fleck. Nur bei Fettflecken oder anderen hartnäckigen Flecken solltest du es in einem zweiten Schritt mit einer milden Lauge aus Wasser und Wollwaschmittel probieren. 

  • Eingetrocknete Flecken

Eingetrocknete Speisereste lassen sich häufig ausbürsten. Dafür solltest du eine Lammfell- oder Striegelbürste für Tierfelle benutzen.

  • Rotweinflecken

Tropfen oder Flecken von Rotwein kannst du mit einem weißen Baumwolltuch und Sprudelwasser entfernen. Tupfe dabei vorsichtig mit dem in Sprudel getränkten Tuch auf den Fleck – bitte nicht reiben! Die Kohlensäure arbeitet dann von selbst gegen den Fleck.

  • Blutflecken

Um Blut aus einem Lammfell zu entfernen, löse zunächst Aspirin in Wasser auf. Tupfe diese Mischung dann auf den Fleck. Gegebenenfalls wiederholen.

Anleitung zur Handwäsche

Um die Lanolinschicht und das Leder zu schützen, sollte dein Fell auf keinen Fall einfach so in der Waschmaschine gewaschen werden. Beachte bei der Handwäsche diese Schritte:

  1. Fülle eine Badewanne oder eine große Schüssel mit lauwarmem Wasser. Die ideale Temperatur beträgt zwischen 20 und 30 Grad. Gebe bei Bedarf ein paar Tropfen Babyöl hinzu. Dieses hält Leder und Fell weich.

  2. Lasse nun das Fell ungefähr dreißig Minuten in dem Wasser einweichen.

  3. Jetzt erst ein mildes Wollwaschmittel hinzufügen. 

  4. Flecken sanft heraustupfen, zum Beispiel mit einem Schwamm oder Tuch.

  5. Wasser ablassen und mit reichlich klarem Wasser nachspülen.

So trocknest du dein Fell

Zum Trocknen – zum Beispiel nach der Wäsche oder falls es doch nass geworden ist –  solltest du dein Fell auf einen Wäscheständer legen. Ideal ist dafür ein gut gelüfteter Ort. Hänge das Fell nie in die Sonne oder über die Heizung. Presse das Wasser auch nicht mit Druck heraus, sondern gib ihm ein paar Tage Trocknungszeit. Ziehe das Fell immer mal wieder in Form. 

Zur Beschleunigung darf das Fell nach etwa 12 Stunden Trocknung ausnahmsweise in den Trockner, aber bitte nur im Schongang. Kleiner Tipp: Gib ein paar Tennisbälle dazu, diese sorgen dafür, dass dein Fell weich und flauschig bleibt. Außerdem helfen sie, Verfilzungen zu vermeiden.

Nach dem Trocknen solltest du das Leder mit etwas Babyöl oder Melkfett pflegen. So bleibt es geschmeidig.

Maschinenwäsche nur als letzte Lösung!

Jede Wäsche schadet deinem Fell. Daher kommt eine Maschinenwäsche nur als absolute Notlösung in Frage.

Welches Fell darf in die Maschine?

Prüfe zunächst, ob dein Fell eine Wäsche in der Maschine überstehen kann. Das hängt von der Gerbung des Leders ab. Es gibt drei Gerbe-Arten:

  • Medizinische Gerbung: Hier sind Leder und Fell gelblich

  • Pflanzliche Gerbung: Rosenholz-farbiges Leder und weißliches Fell

  • Gerbung mit Salzen: Helles Leder und natürliche Fellfarbe

Mit Salz gegerbtes Leder darf auf keinen Fall in die Maschine, die beiden anderen Arten dürfen vorsichtig gewaschen werden (wenn sie sonst in gutem Zustand sind).

So wäscht du Schaffell in der Maschine

  1. Wasche das Fell immer alleine.

  2. Benutze den Wollwaschgang bei höchstens 30 Grad.

  3. Verwende ein spezielles Waschmittel mit Lanolin und gib keinen Weichspüler oder Bleichmittel hinzu.

  4. Entferne überschüssiges Wasser mit einem sanften Schleudergang (400 bis 600 Umdrehungen pro Minute).

  5. Pflege und trockne das Fell wie oben beschrieben.

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