Schon als Baby hatte ich trockene Haut, wie schon mein Vater und mein Opa vor mir. In meiner Familie liegen auch verschiedene Hautkrankheiten – ich kämpfe mit Schuppenflechte, mein Vater mit Neurodermitis. Trotzdem möchte natürlich keiner von uns darauf verzichten, unsere Wohnungen zu reinigen.Putzen mit trockener Haut birgt besondere Herausforderungen. Und wenn schon Waschen mit reinem Wasser deine Hände austrocknet, ist es Zeit die aggressiven Putzmittel zu verbannen.

Warum verursachen Reinigungsmittel trockene Haut?

Die fettlösenden Eigenschaften von Putzmitteln wirken sich eben nicht nur auf die zu reinigende Oberfläche aus, sondern auch auf unsere Haut. Besonders unsere Hände sind sehr empfindlich, weil die Haut dort dünn ist und kaum Fettpolster oder Talgdrüsen aufweist, die für eine natürliche Schutzbarriere für unsere Haut zuständig sind. Putzmittel enthalten außerdem Duftstoffe und Enzyme, die eigentlich dazu da sind, Eiweiße zu lösen. Leider verschlechtern sie aber auch Hautkrankheiten, wie meine Schuppenflechte. Unsere Haut leidet auch unter Desinfektionsmitteln. Diese enthalten meist Chlor, was zur Bekämpfung von Bakterien dient.

Welche Reiniger kannst du trotz trockener Haut benutzen?

Am besten nimmst du Reinigungsmittel die keine Phosphate, Bleichmittel, Enthärter, Erdöl, Silikone und andere Zusatzstoffe enthalten. Umweltfreundliche Putzmittel sind grundsätzlich auch schonender für die Haut.

Hautfreundliche Alternativen zu konventionellen Reinigungsmitteln sind:

  • Spülmittel: Gewöhnliches Spüli hilft besonders gut beim Fensterputzen. Es enthält normalerweise Zitronensäure, die Gerüche bindet und Kalkrückstände entfernt. Pass auf, dass es sich dabei um ein ph-neutrales Spülmittel handelt.
  • Allzweckreiniger: Dieser ist nicht so alkalisch wie viele andere Reiniger und deshalb hautfreundlicher. Du kannst ihn zum Entfernen von Fett, Öl, Kalk und anderem Schmutz benutzen.
  • Essig: Du kannst ihn in Küche, Bad und sonst eigentlich auch überall benutzen. Besonders nützlich ist Essig als Allzweckreiniger – er tötet Bakterien und löst Kalk und Urinstein. Dazu verdünnst du Essig-Essenz 1 zu 4 mit Wasser.
  • Zitronensäure (in Pulverform): Grundsätzlich funktioniert sie ähnlich wie Essig, indem sie Kalk und Schmutz löst und außerdem Bakterien tötet. Mein Vater benutzt sie besonders gerne – vor allem gegen Teeränder in seinen Tassen. Sein Tipp zum Fensterputzen: eine Tasse starken Tee mit 5 Litern Wasser und dem Saft einer halben Zitrone mischen. Damit dann Fenster normal putzen und mit Zeitungspapier nachwischen. Die Zitrone wirkt als Kalklöser und die Gerbstoffe, die im Tee enthalten sind, lösen Fette und imprägnieren: Regenwasser perlt danach einfach von der Scheibe ab.
  • Schmierseife hilft bei der Reinigung von unempfindlichen Oberflächen wie Glas, Spiegel oder Fliesen. Die Seife einfach in Wasser auflösen und mit einem Putzlappen zum Wischen benutzen. Anschließend am besten mit Küchenpapier trocken wischen.

Was hilft sonst noch gegen trockene Haut beim Putzen?

Ganz klar: beim Putzen immer Handschuhe tragen. Allerding am besten solche, die nicht eng anliegen, weil deine Hände sonst anfangen zu schwitzen. Schweiß ist gerade für Hautkrankheiten ein Risikofaktor. Für Neurodermitiker wird sogar empfohlen, unter die Putzhandschuhe Baumwollhandschuhe zu ziehen, damit die Haut besser geschützt ist. Oder gleich Schutzhandschuhe mit Baumwollfutter kaufen.

Auch zu heißes Wasser greift die Haut an. Es ist also besser, mit lauwarmem Wasser zu putzen, weil es schonender für die Haut ist.

Und wie immer: eincremen, eincremen, eincremen – vorher, nachher und am besten auch noch zwischendrin.