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Seventh Generation

Putzfimmel oder gesunder Ordnungssinn?

Hier ist bei ausgiebigem Putzwahn Vorsicht geboten.

Aktualisiert

Hand mit einem Handschuh auf und Reinigungsmittel Sprühflasche

Wer einmal in einer Wohngemeinschaft gelebt hat, der weiß: Die individuellen Bedürfnisse nach Ordnung und Sauberkeit unterscheiden sich sehr stark voneinander. Manchen ist ein blitzblankes Bad und eine aufgeräumte Küche sehr wichtig, andere sehen den Dreck und Schmutz noch nicht mal, wenn sie direkt davor stehen. Wir vom Team Cleanipedia beschäftigen uns tagein, tagaus mit Putzfragen und lieben Details und Tricks, wie du dein Zuhause noch einfacher saubermachen und ordnen kannst. Doch kann man es mit dem Putzen auch übertreiben? Wie viel Putzen ist normal und gibt es überhaupt so etwas wie einen Putzfimmel oder Putzwahn? Wir haben hier für dich unsere Gedanken dazu aufgeschrieben.

Studien konnten zeigen, dass hygienisch reine Lebensverhältnisse die Entstehung von Allergien und Krankheiten eher begünstigen als verhindern. Du musst also auf keinen Fall beim Hausputz alles desinfizieren. Im Gegenteil: Ein bisschen Dreck stärkt dein Immunsystem.

Putzen zum Stressabbau und für einen klaren Geist

Vielleicht kennst du dieses Phänomen: Nach einer langen Arbeitswoche oder während turbulenter Zeiten hilft es dir, die Wohnung oder das Haus ausgiebig zu putzen. Du kannst dabei abschalten und Stress abbauen. Zudem hast du das Gefühl, in einer ordentlichen Umgebung besser entspannen zu können – in einem aufgeräumten und sauberen Zuhause fühlt sich auch dein Geist aufgeräumter und klarer an. Und: Schon nach kurzer Zeit siehst du die Ergebnisse und ein Erfolgserlebnis stellt sich ein. Solche Putzaktionen tragen also durchaus zu deiner Lebensqualität bei und sollten kein Problem darstellen. Nutzt du aber Putzen und Aufräumen, um andere wichtige Aufgaben vor dir herzuschieben, dann ist das wenig hilfreich und kann dich auf Dauer eher be- statt entlasten.

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Putzen für mehr Heimeligkeit: das eigene Revier markieren

Wer viel unterwegs ist und oft – egal, ob beruflich oder privat – in Hotelzimmern und fremden Betten übernachtet, kennt vielleicht das Phänomen: Ist man dann wieder zuhause, soll alles sauber, ordentlich und am richtigen Platz sein. Erst dann kann man entspannen und fühlt sich so richtig wohl. Wenn du also nach deiner Rückkehr von einer Dienstreise oder einem langen Urlaub erst mal in ausgiebiges Putzen verfällst, dann ist das ein Zeichen dafür, dass du dein heimisches Nest schön machen möchtest – du quasi dein eigenes Revier wieder einnimmst und markierst, nachdem du so lange an fremden Orten verbracht hast. Das sollte dir erstmal keine Sorgen bereiten.

Putzen in der Schwangerschaft: Nestbautrieb und Sicherheit

Unsere Kollegin Nina ist gerade in Elternzeit. Zum Ende ihrer Schwangerschaft berichtete sie uns von ihrem plötzlich unaufhaltbaren Putztrieb. Vielen schwangeren Frauen geht es ähnlich: Kurz vor der Geburt wird zuhause alles auf Hochglanz gebracht und jeder noch so kleine Fleck muss sofort entfernt werden. Alles soll perfekt sauber und bereit für das neue Familienmitglied sein. Wenn du bei diesem Verhalten an Nestbau denkst, dann liegst du gar nicht so falsch. Denn auch in der Natur investieren werdende Eltern oft viel Zeit und Mühe in ein gutes Zuhause für ihren Nachwuchs. Ein zweiter Punkt spielt laut psychologischer Forschung bei einem ausgeprägten Putzbedürfnis in der Schwangerschaft eine Rolle: Das Putzen als vertraute Handlung kann beruhigen und Sicherheit vermitteln. Besonders zum Ende der Schwangerschaft können Ängste hinsichtlich der Geburt und der neuen Herausforderungen als Eltern auftreten. Ein sauberes und ordentliches Heim hilft dann, ein Gefühl der Kontrolle herzustellen. Fachleute geben beim ausgeprägten Putzen in der Schwangerschaft meist Entwarnung und raten abzuwarten. Ist erst der Nachwuchs da, verschieben sich recht schnell die Prioritäten.

Hier ist Vorsicht geboten: wenn häufiges Putzen zum krankhaften Putzfimmel wird

Meist ist ausgiebiges und häufiges Putzen wie oben beschrieben also kein Problem und kann wie gesagt durchaus positive Seiten haben – neben dem sauberen Zuhause. Zudem erleichtert regelmäßiges Putzen sogar die Hausarbeit, weil du dann schneller mit dem Hausputz fertig bist, als wenn du wartest, bis alles völlig verschmutzt und verdreckt ist. Deine Sachen bleiben dabei gepflegt und halten länger.

Hast du jedoch Sorge, dass dein Putzfimmel bereits krankhaft ist, dann solltest du auf jeden Fall professionelle Hilfe suchen. Darauf können z. B. folgende Punkte hinweisen:

  • Du putzt so oft und so viel, dass dein berufliches oder privates Leben darunter leidet: Du gehst nicht mehr mit Freunden weg, weil du noch putzen musst. Du kommst nicht mehr rechtzeitig morgens aus dem Haus, weil du noch etwas saubermachen willst.
  • Du putzt dieselbe Sache wieder und wieder, obwohl sie bereits sauber ist: Du hast z. B. gerade staubgesaugt und kurze Zeit später schaltest du den Staubsauger schon wieder an.
  • Sauber ist dir nicht genug, es muss hygienisch rein sein: Du desinfizierst deine gesamte Wohnung, um jegliche Bakterien und Keime abzutöten.

Wenn du persönlich unter deinem Putzfimmel leidest, ist Hilfesuchen angesagt.

Leben Menschen zusammen, die sehr unterschiedliche Vorstellungen davon haben, wie sauber ein Bad und wie aufgeräumt eine Küche sein muss, hilft oftmals nur ein gemeinsamer Putzplan. Wie du einen erfolgreichen WG-Putzplan aufstellst, liest du hier.

Auch interessant: So vermeidest du Unfälle im Haushalt – Tipps für einen sicheren Hausputz.

Ursprünglich veröffentlicht