Für mich ist eine große Freude, wenn ich mich in meiner frisch geputzten, wohl riechenden Wohnung aufhalten kann. Bei meiner guten Freundin Leni sieht es leider ganz anders aus: sie ist Duftstoffallergikerin, also lauern in einer geputzten Wohnung erstmal hauptsächlich eine ganze Reihe von Parfümstoffen, die ihr das Leben schwer machen. Gleichzeitig ist Putzen für Menschen mit Allergien wie Leni aber besonders wichtig, weil sorgfältige Haushaltshygiene die Belastung durch Allergene stark verringern kann. Wenn du empfindlich auf Putzmittel reagierst, ist es natürlich erstmal wichtig, die Inhaltsstoffe der Reinigungsmittel unter die Lupe zu nehmen und eben jene zu vermeiden, die eine Reaktion auslösen. Sowieso ist es am besten, auf weniger aggressive Reinigungsmittel zurückzugreifen und auch diese in kleinen Mengen zu verwenden. Denn je häufiger du mit einem Allergen in Berührung kommt, desto wahrscheinlicher ist es, dass du bei dir selbst eine Allergie auslöst – das kann leider auch passieren wenn man vorher gar keine hatte. Je nach Allergie sollte man verschiedene Strategien zum Reinigen anwenden:

Saubermachen für Hausstauballergiker

Der Deutsche Allergie- und Asthmabund empfiehlt Menschen mit einer Allergie gegen Hausstaubmilben insbesondere regelmäßiges Staubsaugen mit einem effizienten Staubsauger, der mit einem HEPA-Filter ausgestattet ist. Zusätzlich solltest du Böden oft feucht wischen. Da Milben sich besonders gerne in Bettdecken und Kopfkissen festsetzen, ist es außerdem wichtig, dass du sogenannte Encasings benutzt und Bettbezüge regelmäßig wäschst.

Putzen mit Kontaktallergien, Duftstoffallergien und Asthma

Erstmal gilt es, hochwertige Putzmittel zu verwenden, die möglichst gut verträglich sind und keine unnötigen Zusätze enthalten. Unbedingt musst du Handschuhe tragen. Solltest du – wie Leni – zu den Menschen mit Duftstoffallergien oder empfindlichen Atemwegen gehören, musst du Putzmittel vermeiden, die stark riechen oder parfümiert sind – am besten sind komplett duftstofffreie Reiniger. Auch Reinigungsmittel, die Alkohol enthalten, können deine Atemwege reizen. Die meisten Duftstoffallergiker reagieren aber auf bestimmte Stoffe. Es lohnt sich also das beim Arzt durch einen Hauttest abklären zu lassen. Zusätzlich kann man beim Deutschen Allergie- und Asthmabund eine Liste aller üblichen Allergene anfordern, sodass es etwas einfacher wird, diese zu vermeiden. Asthmatiker sollten auch darauf verzichten Sprühflaschen zu benutzen. Die feine Zerstäubung kann besonders leicht in die Atemwege gelangen. Stattdessen also besser flüssige Reiniger verwenden.

Welche Hausmittel sind allergiefreundlich?

Viele Hausmittel helfen gut beim Putzen – leider sind nicht alle für Menschen mit Allergien und Asthma geeignet. Auch diese können die Haut oder Atemwege reizen und eine allergische Reaktion hervorrufen. Natürlich ist es gerade für Allergiker notwendig Handschuhe anzuziehen. Leni hat mir den Tipp gegeben Baumwollhandschuhe unter Putzhandschuhe zu ziehen, damit die Haut noch besser geschützt ist. Alternativ kannst du aber auch Schutzhandschuhe mit Baumwollfutter kaufen. Nach dem Reinigen außerdem sofort die Hände eincremen.

Zu den Hausmitteln, die für Allergiker geeignet sind, gehören:

  • Essig ( 1 zu 4 mit Wasser) oder Zitronensäure (am besten in Pulverform mit viel Wasser verdünnt): Beides kannst du als Allzweckreiniger benutzen und überall dort, wo du Bakterien entfernen und Kalk lösen möchtest. Asthmatiker sollten mit beiden Mitteln vorsichtig umgehen, weil Säure die Atemwege belasten kann. Am besten eine Gesichtsmaske tragen.
  • Natron ist ein allergiefreundliches Allroundtalent. Gemischt mit Kernseife und Wasser kannst du es anstatt Allzweckreiniger einsetzen oder mit Salz gemischt auch an Stelle von Backofenspray: einfach 2 Esslöffel Natron mit 1 Esslöffel Salz und etwas Wasser mischen. Die Paste dann auf den verkrusteten Backofen auftragen und 20 Minuten einwirken lassen, danach sauber wischen. Natron lässt sich im Supermarkt oder einer Drogerie kaufen. Bitte nicht mit Natronlauge verwechseln – die ist gefährlich.
  • Soda löst sehr gut Fette und Eiweiße und ist somit ideal, um eingebrannte Essensreste zu entfernen oder allgemein um Küche und Bad zu reinigen. Nur sollte man es von Glas, Aluminium, Linoleum, lackierten Oberflächen sowie Marmor und Granit fernhalten. Soda ist als Wasch-Soda in der Drogerie erhältlich – Backsoda ist etwas anderes. Auch hier ist es wichtig, Handschuhe zu tragen.